Monats-Archive: Juli 2013

Demo gegen Polizeigewalt

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde ganz bei uns in der Nähe der 18-jährige Sammy Yatim von der Polizei mit neun Schüssen in der Straßenbahn erschossen. Die Umstände sind noch etwas unklar, er muss wohl ein Messer gehabt haben, allerdings waren zum Zeitpunkt als die Polizei die Straßenbahn stürmte und ihn sofort erschoss keine Passagiere mehr in der Bahn. Wer dazu mehr wissen will kann sich diesen Artikel im Toronto Star durchlesen.

Als wir heute auf die Straße gingen wunderten wir uns warum auf einmal mehr Hubschrauber als sonst am Himmel kreisten und kurz darauf haben wir dann die Demo/Trauerzug gesehen und sind bis zu der Stelle an der es am Samstag passierte mitgelaufen.

Hier ein paar Fotos:

Tobi_29.07.-12 Tobi_29.07.-04

Tobi_29.07.-07 Tobi_29.07.-08

Tobi_29.07.-09 Tobi_29.07.-10

 

Und noch ein paar von Myri:

DSC_3055 DSC_3091

DSC_3111 DSC_3113

DSC_3119 DSC_3146

DSC_3159 DSC_3168

DSC_3172 DSC_3177

Pedestrian Sunday in Kensington Market

Ein wenig hatten wir ja schon angedeutet, dass wir – mehr oder weniger unbeabsichtigt – in den Trend-Stadtteil von Toronto gezogen sind. Hier sieht es ähnlich aus wie in Kreuzberg oder im Bremer Viertel (wobei der Vergleich zugegebenermaßen etwas hinkt), allerdings ist der Anteil an Hipstern, Hippies und Verrückten aller Art nochmal um einiges höher. Der größte Hippie wohnt übrigens gleich zwei Zimmer weiter und ist einer der freundlichsten Menschen, der uns je untergekommen ist: Juben ist 22 und sieht aus wie der persische Jimmy Hendrix. Wenn er zur Uni oder auch nur mal eben einkaufen geht, hängt er sich Mini-Verstärker und E-Gitarre um und spielt den ganzen Weg vor sich hin. Er ist übrigens garnicht mal schlecht (bei Gelegenheit machen wir mal ein Bild mit ihm).

Aber zurück zum eigentlichen Thema: als wir gestern aus der Haustür kamen (und eigentlich woanders hinwollten), waren wir leicht perplex, denn die Straße war VOLL. Direkt vor der Haustür haben die Muay Thai Boxer von gegenüber ihre Künste demonstriert, unzählige Musiker standen auf jedem freien Plätzchen und ganze Massen von Fußgängern drängten die Straße hoch. Jeden letzten Sonntag im Monat ist in Kensington Market „Pedestrian Sunday“ und den ganzen Tag Straßenfest. Also haben wir alle Pläne verworfen und den Tag mit bummeln verbracht – Ryan und Nesta sind später auch noch dazugekommen.

Hier ein paar Fotos, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt:

Ein Muay Thai Boxer lässt sich mit Freude von einem kleinen Mädchen verhauen
Ein Muay Thai Boxer lässt sich mit Freude von einem kleinen Mädchen verhauen
Unzählige Musiker geben ihr bestes, manche besser und manche schlechter (er war ganz ok)
Unzählige Musiker geben ihr bestes, manche besser und manche schlechter (er war ganz ok)
Viele urige Gestalten (sie seht ihr später nochmal)
Viele urige Gestalten (sie seht ihr später nochmal)
Musik aus einer offenen Bar
Musik aus einer offenen Bar

DSC_2897

So richtig glücklich sah dieser junge Mann nicht aus. Und  gut angehört hat es sich leider auch nicht.
So richtig glücklich sah dieser junge Mann nicht aus. Und gut angehört hat es sich leider auch nicht.
Garage Sale an jeder Ecke
Garage Sale an jeder Ecke
Springseilhüpfen für Erwachsene
Springseilhüpfen für Erwachsene

DSC_2922

DSC_2937

DSC_2941

Noch mehr Muay Thai Boxen vor unserer Haustür (im Hintergrund)
Noch mehr Muay Thai Boxen vor unserer Haustür (im Hintergrund)

DSC_2961

Was genau er gemacht hat, konnten wir alle nicht nachvollziehen - aber schräg angehört hat es sich
Was genau er gemacht hat, konnten wir alle nicht nachvollziehen – aber schräg angehört hat es sich
Malerei an einer Hauswand
Malerei an einer Hauswand
Diesen komischen Vogel habe ich in dem Gewusel auch gesehen ;)
Diesen komischen Vogel habe ich in dem Gewusel auch gesehen ;)
Kreuzberg hat bunte Trabbis, Kensington Market ein Kräutergarten-Auto
Kreuzberg hat bunte Trabbis, Kensington Market ein Kräutergarten-Auto
Eine der besseren Bands stand auf diesem Supermarktdach
Eine der besseren Bands stand auf diesem Supermarktdach
Zu essen gab es auch einiges, den Grillmeister kann man hier allerdings kaum noch erkennen
Zu essen gab es auch einiges, den Grillmeister kann man hier allerdings kaum noch erkennen
Kurzer Zwischenstopp zuhause
Kurzer Zwischenstopp zuhause
Am Ende kamen die "brasilianischen" Trommlergruppen - hier die erste
Am Ende kamen die „brasilianischen“ Trommlergruppen – hier die erste
Und hier ist wieder die Hoola-Hoop-Dame vom Anfang!
Und hier ist wieder die Hoola-Hoop-Dame vom Anfang!
Die zweite Trommlergruppe kam im Anschluss die Straße hochmarschiert und war: lauter ;)
Die zweite Trommlergruppe kam im Anschluss die Straße hochmarschiert und war: lauter ;)

Steam Whistle Brewery

Nach zwei missglückten Anläufen haben wir es am Samstag endlich geschafft, einen Platz für die Steam Whistle Brauereitour zu ergattern!

Die Steam Whistle Brauerei ist eine typisch kanadische Mikrobrauerei mit nur einem einzigem Standort: direkt neben CN Tower und Rogers Center in einem historischen Roundhouse (Lokdepot? Ringlokschuppen?). Das Roundhouse wurde 1929 für die Canadian Pacific Railway Gesellschaft gebaut und bis 1986 genutzt, 1990 unter Denkmalschutz gestellt und dann 1995 abgerissen. Beziehungsweise Stein für Stein abgebaut, um darunter – typisch Toronto – ein riesiges Parkhaus für das nahegelegene Messezentrum bauen zu können. Anschließend wurde das Gebäude einfach wieder aufgebaut – das ist also Denkmalschutz in Kanada. 😉

Zurück zur Brauerei: die zog im Jahr 2000 ein, nachdem die drei Gründer aus ihren alten Jobs bei der Upper Canada Brewing Company geflogen waren. Nach einer durchzechten Nacht haben die drei dann beschlossen einfach ihre eigene Brauerei zu gründen – erster Namensvorschlag: Three Fired Guys. Ziemlich schnell umbenannt in Steam Whistle, in Anspielung auf das Fabrikpfeifen zum Ende des Arbeitstags.
Lange Geschichte, kurze Zusammenfassung: die Brauerei macht inzwischen ziemlich leckeres Pilsener nach dem Reinheitsgebot, mit deutschem Hopfen und tschechischem Braumeister. In Kanada relativ selten, die meisten Biere hier sind furchtbar gepantscht.

Wir waren diesmal recht früh dort und konnten sechs Plätze für die zwei Uhr-Tour sichern, dabei waren Rosheen und Patrick aus Irland und „unsere“ Engländer Ryan und Nesta. Es war sehr kurzweilig und definitiv ein guter Deal: für die 15$ Eintrittsgeld wird man während der Tour verköstigt und bekommt im Anschluss noch ein Sixpack für zuhause mit – und das kostet im Laden auch 15$. Das wird also gerne wiederholt mit allen Besuchern, die darauf Lust haben. 😉

Alte Lok vor dem historischen Roundhouse, die typischen und immer gleich aussehenden Condos im Hintergrund
Alte Lok vor dem historischen Roundhouse, die typischen und immer gleich aussehenden Condos im Hintergrund
Trainmaster Tobi
Trainmaster Tobi
Die Vorfreude steht manchen mehr und manchen weniger ins Gesicht geschrieben...
Die Vorfreude steht manchen mehr und manchen weniger ins Gesicht geschrieben…
Das Warten auf den Beginn der Tour wird mit kostenlosen "Proben" versüßt. Von links nach rechts: Nesta (Birmingham), Tobi, Patrick und Rosheen (Irland) und Ryan (Kent)
Das Warten auf den Beginn der Tour wird mit kostenlosen „Proben“ versüßt. Von links nach rechts: Nesta (Birmingham), Tobi, Patrick und Rosheen (Irland) und Ryan (Kent)
Dinge, die man in einer Brauerei so sieht. Da ich die Bezeichnungen schon vergessen hab, belassen wir es mal dabei. ;)
Dinge, die man in einer Brauerei so sieht. Da ich die Bezeichnungen schon vergessen hab, belassen wir es mal dabei. ;)

Kurzes Foto Update

In den letzten Tagen ist nicht sonderlich viel passiert. Wir haben etliche Bewerbungen geschrieben, uns auskuriert und endlich wieder selbst gekocht. Heute war ich bei einem klassischen Barbier und hab mir meinen Bart stutzen lassen. Es war sehr angenehm und mit dem Ergebnis bin ich auch zufrieden.

Wäre eigentlich ein perfekter Arbeitgeber...
Wäre eigentlich ein perfekter Arbeitgeber…

Tobi_25_10

Tobi_25_09

Tobi_25_08

Straßenbahn
Straßenbahn
Augusta Avenue
Augusta Avenue
Augusta Avenue
Augusta Avenue
Unsere Nachbarschaft auf der Augusta Avenue
Unsere Nachbarschaft auf der Augusta Avenue
Myris Kronkorkensammlung
Myris Kronkorkensammlung
Unsere neue Wanddeko aus dem Dollarshop. (Falls wir mal aufwachen sollten und nicht mehr wissen wo wir sind)
Unsere neue Wanddeko aus dem Dollarshop. (Falls wir mal aufwachen sollten und nicht mehr wissen wo wir sind)

 

Nachtrag: Das Gewitter

Hier noch ein kleiner Nachtrag, da mein Internet gerade so schön funktioniert (hoffentlich hält es diesmal): Am Freitagabend kam wie angekündigt das langersehnte Gewitter und brachte Abkühlung mit sich. Direkt nach dem Unwetter sind wir dann allerdings Richtung Queen Street gelaufen, um Ryan (einen der Engländer, die wir im Hostel kennengelernt haben) zu treffen – und konnten kaum glauben, was da am Himmel los war! Solche Wolken habe ich noch nie gesehen – zeitweise dachten wir, dass sich ein Tornado formen würde. Und tatsächlich haben wir im Nachhinein erfahren, dass es für Toronto eine Tornado-Warnung gab – war aber nix. :)

Leider hat man in solchen Momenten nie die Kamera dabei. Aber hier ein paar Handyschnappschüsse:

IMG_3657

IMG_3659

IMG_3660

IMG_3663

IMG_3665

Die eigene Bude

Seit Donnerstag wohnen wir nun nicht mehr im Hostel, sondern in unserem eigenen Zimmer mit privatem Bad. Die Lage unserer neuen Bleibe ist wirklich ideal und nur ca. 5 Minuten Fußweg von unserem Hostel auf der College Street entfernt. Wir wohnen nun in der Peripherie zwischen Kensington Market, einem sehr angesagten Viertel mit vielen alternativen Bars, Restaurants und Geschäften, und Chinatown. Zusätzlich sind wir nur einen Block nördlich der Queen Street wo es auch sehr viele nette Geschäfte, Bars und Restaurants gibt. Wir wohnen quasi mitten im Geschehen und Downtown Toronto – dort wo die Hochhäuser stehen – ist zu Fuß zu erreichen.

Nach zwei Tagen gründlichem putzen mit einem Putzmittel welches laut Verkäuferin auch in Krankenhäusern benutzt wird, fühlen wir uns schon sehr wohl in unserer neuen Unterkunft. Unser Vormieter war wohl eher etwas dreckig aber was Krankenhäuser keimfrei hält wird wohl auch seinen Dreck restlos beseitigt haben.  Das Internet könnte schneller und zuverlässiger sein und die Küche, die wir mit ein paar anderen Bewohnern Teilen, etwas sauberer aber im Großen und Ganzen sind wir mit unserer Wahl zufrieden.

Samstags waren wir wieder zum BBQ im Hostel und haben einige unserer Freunde getroffen die zum Teil noch dort wohnen oder wie wir schon eine eigene Unterkunft gefunden haben.

 

Auf der linken Seite: Emperor Furniture, ein Zimmer im ersten Stock ist unser neues zu Hause.
Auf der linken Seite: Emperor Furniture, ein Zimmer im ersten Stock ist unser neues zu Hause.
Hier konnten wir uns direkt ein sehr billiges aber echt bequemes Bett kaufen, wir mussten es noch nicht mal hochtragen.
Hier konnten wir uns direkt ein sehr billiges aber echt bequemes Bett kaufen, wir mussten es noch nicht mal hochtragen.
Unser Hauseingang
Unser Hauseingang
Blick auf die Augusta Avenue in Richtung Norden (direkt vor unserer Bude)
Blick auf die Augusta Avenue in Richtung Norden (direkt vor unserer Bude)
Unser Zimmer. Momentan noch etwas karg aber das wird schon noch.
Unser Zimmer. Momentan noch etwas karg aber das wird schon noch.
Blick aus unserem Zimmer in den Hinterhof.
Blick aus unserem Zimmer in den Hinterhof.
Kreuzung Spadina & College ganz bei uns in der Nähe
Kreuzung Spadina & College ganz bei uns in der Nähe
Taccos aus einem Laden in unserer Nachbarschaft im Kensington Market. Sehr lecker aber für 10$ eindeutig zu wenig.
Taccos aus einem Laden in unserer Nachbarschaft im Kensington Market. Sehr lecker aber für 10$ eindeutig zu wenig.
Dank unserer Tomaten und Zwiebel schneid Technik haben wir vom Besitzer lebenslanges Anrecht auf das BBQ erhalten.
Dank unserer Tomaten und Zwiebelschneidtechnik haben wir vom Besitzer lebenslanges Anrecht auf das BBQ erhalten.
Samstags ist immer noch BBQ auf dem Hostel Dach.
Samstags ist immer noch BBQ auf dem Hosteldach.