Havanna!

Hallo!

Wir sind, nachdem wir eine Woche in den Geschmack des großartigen kubanischen Winters kommen durften, wieder im eiskalten Toronto angekommen. Abgeflogen sind wir im totalen Winterchaos. Etliche Flüge innerhalb Nordamerikas wurden am 08.01. auf Grund der Wetterlage gestrichen. Leider auch der Flug unseres neuseeländischen Freundes Tom, der an diesem Morgen von Toronto aus seine lange Flugreise, in Richtung Sydney beginnen wollte. Sein erster Flug von Toronto nach Vancouver gehörte zu den über 200 Flügen die kurz zuvor gestrichen wurden. Wir mussten ihn am Flughafen zurücklassen ohne zu wissen ob er überhaupt noch an diesem Tag abfliegen werden könnte. (Er ist letztendlich am Abend aus Toronto gestartet und war „schon“ 48 Stunden später zuhause, der Arme). Unser Flug verlief zum Glück nach Plan und so konnten wir problemlos dem Tiefkühler Toronto für eine Woche entfliehen.

Wir sind in Varadero gelandet, einer Art Halbinsel voller Resort Hotels, sehr schöner Strände, aber wenig Kontakt zum Kuba außerhalb der Touristenbunker. Vom Flughafen wurden wir mit einem Bus abgeholt, der auf dem Weg zu unserem Hotel in Havanna noch etliche andere ansteuerte und  die anderen Urlauber absetzte. Unseres war der vorletzte Stopp und lag im Diplomatenviertel Miramar. Uns wurde bei der Fahrt etwas mulmig, denn mit der Ausnahme eines Hotels, dem 5*Hotel Naciónal, sah eins schlimmer aus als das andere. Doch Myris ausgiebige Online-Recherche vor der Buchung hat sich ausgezahlt und unser Hotel war schon von außen deutlich ansprechender und wir haben uns dort die Woche über sehr wohl gefühlt.

Wir waren sehr viel zu Fuß unterwegs und haben am Tag nach unserer Ankunft eine ausgiebige Tour von unserem Hotel bis in die Altstadt Havannas gemacht, bei dem wir durch sehr viele unterschiedliche und interessante Viertel der Stadt gekommen sind, die man mit Taxi oder Bus nicht unbedingt zu sehen bekommt. Abends haben wir dann vom Malecón aus ein Taxi zurück genommen. Leider kein alter amerikanischer Straßenkreuzer, sondern das Gegenteil: ein kleines, gelbes, dreirädriges Moped („Coco Taxi“). Man nimmt halt das was am ersten hält. Es hat dennoch tierischen Spaß gemacht in so einem „Eisdielenflitzer“ durch den Stadtverkehr zu knattern.

Die meisten Tage haben wir ähnlich verbracht. Meistens haben wir den Shuttlebus vom Hotel in die Altstadt genommen und sind dann einfach bis abends durch die Stadt gelaufen bis wir wieder den Bus zum Hotel genommen haben. Dort haben wir dann die Abende auf unserem Balkon mit Rum und Zigarre ausklingen lassen.

An einem Tag haben wir uns in einen Touristenbus gesetzt und eine Tour in das Valle de Vinales gemacht. Dies ist die größte Tabakanbauregion auf der Insel und besticht durch eine beeindruckend grüne Karstlandschaft.

Der Ausflug beinhaltete den Besuch einer Tabakfarm, einer „prähistorischen“ Wand, einer Tropfsteinhöhle mit anschließendem traditionellem Essen und dem Halt an einem Aussichtspunkt von dem aus die Landschaft überblickt werden konnte.

Das beknackteste war die „prähistorische“ Wand. Das prähistorische an dieser Wand ist, dass 1999 ein kubanischer Künstler Dinosaurier und Schnecken auf eine Felswand hat malen lassen. Dies hat den Nebeneffekt, dass man anschließend ein Touristenrestaurant mit Souvenirstand und Pina Colada Bar danebensetzen kann, zu dem dann alle Touri-Busse gekarrt werden.

Die Gruppe mit der wir unterwegs waren war ein kleiner, nicht vollständig repräsentativer Querschnitt durch die Touristenpalette Kubas. Zum einen gab es ein deutsches Rentnerpaar das weder Spanisch noch Englisch sprach und kein Wort unseres netten Tourguides verstand (aber auch sonst nicht sehr begeisterungsfähig wirkte). Dann gab es noch zwei äußerst rabiate ältere Russinnen, die sich bei jeder Gelegenheit vordrängelten und einen mit ausgefahrenen Ellenbogen zur Seite rempelten, wenn sie meinten, einem mit ihren Tablets das Fotomotiv stehlen zu wollen. Dann waren da noch ein unscheinbares chinesisches und englisches Paar dabei zu denen es nichts zu berichten gibt. Den Vogel schossen aber zwei Italiener Anfang 30 und eine ältere Kanadierin ab. Es wurde sehr schnell deutlich, dass sie Sextouristen waren die mit ihren neuen „Liebschaften“ an diesem Ausflug teilnahmen. Dass sie dieses so selbstverständlich nach außen trugen war dann doch äußerst unangenehm.

Generell hat der Ausflug aber sehr viel Spaß gemacht, denn allein die Landschaft war es wert sich dafür den ganzen Tag in den Bus zu setzen.

Jetzt sitzen wir wieder in unserer Bude in Toronto und bereiten uns so langsam auf die Rückkehr nach Deutschland vor. Morgen geht es allerdings erst noch einmal mit dem Bus für drei Tage nach Montreal.

Ich hoffe euch gefallen die Fotos! Ich konnte die Auswahl leider nicht noch mehr verkleinern. Daher müsst ihr euch jetzt mit diesem Batzen zufrieden stellen 😉

HIER DER BEITRAG MIT MEINEN BILDERN:

Bis bald!

Tobi

 

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